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Der deutsche Bundesstaat Schleswig-Holstein migriert 30.000 PCs zu LibreOffice


Die Landesregierung Schleswig-Holstein im Norden Deutschlands migrriert 30.000 PCs von Microsoft Windows und Office zu Linux und LibreOffice und setzt dabei Priorität auf digitale Souveränität sowie die Verringerung der Abhängigkeit von proprietärer Software.

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt ist Schleswig-Holstein das erste deutsche Bundesland, das vollständig auf freie und Open-Source-Software (FOSS) umgestellt hat.

Diese Initiative umfasst ein mehrstufiges Unterstützungssystem, bei dem Regierungsbehörden und private Unternehmen zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Die Einführung des Open Document Format (ODF) als Standard stärkt weiter das Engagement des Staates für Open-Source-Lösungen.

Das Projekt behandelt die vom Europäischen Datenschutzbeauftragten (EDPS) hervorgehobenen Datenschutzbedenken in Bezug auf Microsoft 365 und zielt darauf ab, dass LibreOffice bis Oktober 2025 die primäre Office-Suite wird. Die Migration nutzt außerdem Open-Source-Tools für Telefonie und andere IT-Infrastrukturkomponenten.

Warum migriert Schleswig-Holstein zu LibreOffice?

Das Konzept der digitalen Souveränität, die Fähigkeit einer Regierung, ihre eigene IT-Infrastruktur und Daten zu kontrollieren, ist der Hauptgrund für diese Entscheidung.

Die Verwendung proprietärer, geschlossener Software wie Microsoft Office stellt ein erhebliches Problem dar, da die Landesregierung nur begrenzten Einblick darin hat, wie Benutzerdaten verarbeitet werden. Dieser Mangel an Transparenz sorgt für Bedenken hinsichtlich eines möglichen Datenabflusses in Drittstaaten.

Darüber hinaus zielt Schleswig-Holstein darauf ab, den verantwortungsvollen Einsatz von Steuergeldern zu fördern. Durch die Einführung von LibreOffice und anderen FOSS-Lösungen kann die Landesregierung Vendor-Lock-ins vermeiden und eine vielfältige Anbieterlandschaft unterstützen. Dieser Ansatz ermöglicht eine größere Kontrolle über Softwareanpassung, Sicherheit und Kosteneffizienz.

Wie findet die Migration statt?

Die Migration wird strategisch umgesetzt, mit Fokus auf Benutzerakzeptanz und Minimierung von Störungen.

LibreOffice wird allen Benutzern bereitgestellt zusammen mit ihren bestehenden Microsoft Office-Installationen.

Die Landesregierung fördert aktiv die Nutzung des Open Document Format (ODF), das am 1. August 2024 zum offiziellen Dokumentenstandard wurde. Diese Maßnahme setzt Anreize für die Nutzung von LibreOffice und gewährleistet eine größere Dokumenteninteroperabilität und -langlebigkeit.

Während Microsoft Office bis Oktober 2025 weiterhin zugänglich sein wird, ist das Ziel, dass LibreOffice bis dahin die einzige Standard-Office-Software auf 70 % der Regierungsarbeitsplätze sein wird. Diese Strategie ermöglicht einen schrittweisen Übergang, der den Nutzern Zeit gibt, sich anzupassen, und den Abteilungen erlaubt, spezifische Kompatibilitätsanforderungen zu bearbeiten.

Zur Unterstützung der Migration hat Schleswig-Holstein ein drei-stufiges Unterstützungssystem eingerichtet:

  • Dataport, ein staatlicher IT-Dienstleister, verwaltet den Support der ersten und zweiten Ebene, einschließlich Schulungsworkshops und eines speziellen LibreOffice-Supportforums.
  • .riess applications und allotropia, zwei externe Unternehmen, die auf Open-Source-Software spezialisiert sind, bieten Support der dritten Ebene, einschließlich Makro-Migration, Fehleranalyse und Funktionsentwicklung. Dieser kollaborative Ansatz stellt umfassenden Support für Benutzer während des gesamten Migrationsprozesses sicher.

Was sind die Vorteile der Verwendung von LibreOffice?

Die Migration zu LibreOffice bringt viele Vorteile für Schleswig-Holstein:

1. Verbesserte digitale Souveränität

Durch die Nutzung von FOSS gewinnt die Landesregierung größere Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur und Daten, reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und mindert potenzielle Risiken für den Datenschutz.

2. Kosteneinsparungen

LibreOffice ist eine kostenlose und quelloffene Alternative zu Microsoft Office, die es der Landesregierung ermöglicht, die Kosten für Softwarelizenzen zu senken und Mittel für andere Prioritäten umzuleiten.

3. Erhöhte Flexibilität und Anpassungsmöglichkeiten

Die Open-Source-Natur von LibreOffice ermöglicht es der Landesregierung, die Software an ihre spezifischen Bedürfnisse anzupassen, einschließlich Sicherheitsverbesserungen und Integration mit bestehenden Systemen.

4. Community-Unterstützung und Zusammenarbeit

Schleswig-Holstein profitiert von der globalen LibreOffice-Gemeinschaft, die aktiv zur Softwareentwicklung, Fehlerbehebung und Funktionsverbesserung beiträgt. Dieses kollaborative Modell gewährleistet kontinuierliche Verbesserungen und Reaktionsfähigkeit auf die Bedürfnisse der Nutzer.

Ein Vorbild für andere Regierungen

Die Migration Schleswig-Holsteins zu LibreOffice ist in der Tat ein großer Schritt hin zu größerer digitaler Souveränität und verantwortungsvollem Einsatz öffentlicher Mittel. Durch die Nutzung von FOSS setzt die Landesregierung ein Beispiel für andere Verwaltungen, die ihre Datensicherheit verbessern, Kosten senken und ein vielfältigeres sowie widerstandsfähigeres IT-Ökosystem fördern möchten.

Der Erfolg dieser Migration könnte den Weg für eine breitere Einführung von LibreOffice und anderen Open-Source-Lösungen in Deutschland und darüber hinaus ebnen.

Ressourcen:

  • Die Erklärung des Premierministers (auf Deutsch)
  • Migration zu LibreOffice und ODF für 30.000 Kunden in der Regierung von Schleswig-Holstein, Deutschland
  • Deutscher Bundesstaat verlagert 30.000 PCs auf LibreOffice